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	<title>Geldanlage- und Finanz-Blog</title>
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	<description>von Dr. Hannes Peterreins</description>
	<lastBuildDate>Wed, 01 Feb 2012 10:47:01 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Confirmation Bias</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 08:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Wissenschaft ist dersogenannte Confirmaton Bias bekannt. Frei übersetzt: &#8220;der Bestätigungsfehler&#8221;. Damit ist folgendes gemeint: Wir Menschen neigen dazu, überall Bestätigungen für unsere vorgefassten Meinungen zu sehen. Was unseren Ansichten widerspricht wird sehr häufig einfach nicht wahrgenommen. Nehmen wir beispielsweise Frau X. Sie ist der Überzeugung, dass alle Männer gefühlsarm sind. Aus dem Stegreif kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/confidence-bias.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2537" title="confidence-bias" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/confidence-bias-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der Wissenschaft ist dersogenannte Confirmaton Bias bekannt. Frei übersetzt: &#8220;der Bestätigungsfehler&#8221;.</p>
<p>Damit ist folgendes gemeint: Wir Menschen neigen dazu, überall Bestätigungen für unsere vorgefassten Meinungen zu sehen. Was unseren Ansichten widerspricht wird sehr häufig einfach nicht wahrgenommen.</p>
<p>Nehmen wir beispielsweise Frau X. Sie ist der Überzeugung, dass alle Männer gefühlsarm sind. Aus dem Stegreif kann sie dutzende Beispiele aufführen, in denen sie erlebt hat, dass Männer gefühlsarm sind. Selbstverständlich hat sie auch hin und wieder gefühlvolle Männer kennengelernt, das fällt ihr aber sozusagen durchs Raster. Trifft sie aber mal wieder auf einen unsensiblen Mann, dann wertet sie das als weiteren Beweis.</p>
<p>Dasselbe gilt für Herrn Y, der meint, dass Frauen nicht Autofahren können. Die vielen Frauen, die gut fahren, nimmt er gar nicht wahr. Fällt aber einmal eine Frau negativ im Verkehr auf, dann meint er: &#8220;Haben wir&#8217;s mal wieder: Frau am Steuer&#8230;&#8221;</p>
<p>Diese Neigung, überall Beweise für unsere vorgefassten Meinungen zu sehen, die Gegebneispiele aber gar nicht wahrzunehmen, ist in uns Menschen tief verwurzelt. Interessant ist, dass diese Neigung gerade auch bei der Geldanlage eine große Rolle spielt&#8230;</p>
<p><span id="more-2535"></span></p>
<p>Zu diesem Thema &#8220;Confirmation Bias&#8221; schreibt Rolf Dobelli in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3446426825/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwdrpeterrei-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3446426825">Die Kunst des klaren Denkens</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwdrpeterrei-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3446426825" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (S. 33 ff.):</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Astrologen und Wirtschaftsexperten operieren nach dem gleichen Prinzip. Ihre Aussagen sind so schwammig, dass sie Bestätigungen wie ein Magnet anziehen: &#8216;In den kommenden Wochen werden Sie traurige Momente erleben&#8217; bzw. &#8216;Mittelfristig wird der Abwertungsdruck auf den Dollar zunehmen.&#8217; Was heißt mittelfristig? Was heißt Abwertungsdruck? &#8230;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Keine Berufsgattung leidet stärker am Confirmation Bias als die Wirtschaftsjournalisten. Oft stellen sie eine billige Theorie auf, setzen zwei, drei &#8216;Beweise&#8217; hinzu, und fertig ist der Artikel. Beispiel: &#8216;Google ist so erfolgreich, weil die Firma eine Kultur der Kreativität lebt.&#8217; Also geht der Journalist hin, sucht sich zwei, drei Firmen heraus, die ebenfalls Kreativität leben und damit erfolgreich sind &#8230; Aber er macht sich nicht die Mühe &#8230;, jene Firmen zu suchen, die eine Kultur der Kreativität pflegen, aber <em>nicht </em>erfolgreich sind &#8211; bzw. solche, die erfolgreich sind, aber <em>keine </em>Kultur der Kreativität leben. Von beiden Sorten gibt es eine Menge, doch der Journalist übergeht sie geflissentlich &#8230;&#8221;</p>
<p>Hier noch ein paar weitere typische Beispiele für den Besätigungsfehler im Bereich Geldanlage.</p>
<p>Es gibt Leute, die nur auf eine einzige Anlageform schwören, sagen wir auf Immobilien. Solche Leute sagen: &#8220;Außer Immobilien kannst du alles vergessen.&#8221; Solche Meinungen werden dann unterfüttert durch sehr selektive Argumente. So werden die aktuellen Börsenturbulenzen als Beleg dafür genommen, dass Immobilien generell besser seien. Dass es Zeiten gab, in denen Aktien deutlich besser liefen als Immobilien wird ausgeblendet.</p>
<p>Anderes Beispiel. Jemand hält eine bestimmte Anlagestrategie gut, sagen wir die Value-Strategie. Dann wird alles aufgeführt, was für diese Strategie spricht. Dinge, die gegen die Strategie sprechen, werden einfach &#8220;übersehen&#8221;.</p>
<p>Eine typische Art für den Confirmation Bias sind auch fast alles Formen der rückblickenden Kursanalyse. Man hat eine eine bestimmte Meinung über die Kapitalmärkte  (z.B. &#8220;immer wenn die Zinsen fallen, steigen die Aktienkurse&#8221;) und kann sie sehr leicht durch Vergangenheitsdaten belegen. Man muss die jeweilige Vergangenheit nur geschickt genug auswählen. Manchmal tun es 12 Monate zurück, manchmal 2 Jahre, manchmal 5 oder 10 Jahre. Manch einer nimmt aber auch spezielle Zeiträume, wie beispielsweise 1929 bis 1934. Oder die 1970-er Jahre. Es ist wirklich erstaunlich was man durch einen Blick in die Vergangenheit alles &#8220;beweisen&#8221; kann. Gegeneispiele werden ausgeklammert.</p>
<p>Gerade diese Art, von Vergangenheitsdaten auf eine allgemein gültigen Zusammenhang schließen zu wollen, halte ich für sehr problematisch. Und das geschieht bei Kapitalanlegern, Wirtschaftsjournalisten und Analysten ungeführ 1 Million Mal am Tag. Auch das ein typischer Bestätigungsfehler. Man sucht sich EIN, oder ZWEI Besipiele um eine allgemeine Theorie belegen zu wollen.</p>
<p>Dasselbe gilt für sogenannte Börsengurus. Wie sehr wünschen sich die Leute doch, dass es Menschen mit fast magischen Fähigkeiten gibt, die es irgendwie im Bauch oder sonstwo haben, und so sagen können, wohin sich dieAktienkurse bewegen werden. Diese Leichtgläubigkeit wird unterfüttert mit solchen Sätzen wie: &#8220;Bereits den Crash in 2008 hat er richtig vorausgesagt &#8230; &#8221; oder &#8220;Dass Gold ein gutes Investment sein wird, wusste er bereits im Jahr 2000&#8230;&#8221;</p>
<p>Gerne wird mit EINER einzigen richtigen Prognose, die jemand in der Vergangenheit gemacht hat, begründet, dass er auch sonst immer richtig liegen müsse. Sehr merkwürdig eigentlich, wenn man recht darüber nachdenkt.</p>
<p>So oder so: den Bestätigungsfehler findet man auf Schritt und Tritt, wenn man sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt. Warum ist das aber ein Problem? Ganz einfach: Weil dieser Fehler zu schlechten oder kostspieligen Anlageentscheidungen führt. Anders formuliert: Erfolgreiche Investoren zeichen sich zumeist gerade dadurch aus, dass sie den Confidence Bias soweit möglich zu vermeiden suchen.</p>
<p>So wird der sehr erfolgreiche Hedgefonds-Manager George Soros in dem Buch von Robert Slater &#8221;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898794733/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwdrpeterrei-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898794733">George Soros &#8211; Sein Leben, seine Ideen, sein Einfluss auf die globale Wirtschaft</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwdrpeterrei-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3898794733" border="0" alt="" width="1" height="1" />&#8221; wie folgt zitiert (S. 86):</p>
<p style="padding-left: 30px;">“Die Menschen sind ganz einfach auf dem Holzweg, wenn sie denken, ich sei unfehlbar. Denn wie jeder andere auch … mache ich Fehler. Worin ich aber durchaus besser bin als die breite Masse, ist das das Erkennen meiner Fehler … Das ist der Schlüssel zu meinem Erfolg.“</p>
<p>Und auf Seite 85 beschreibt Robert Slater das Vorgehen von Soros so:</p>
<p style="padding-left: 30px;">“[Soros] stellte eine Hypothese auf, und auf deren Basis ging er eine Investmentposition ein. Dann wartete er ab, um zu sehen, ob seine Hypothese bestätigt würde. War das der Fall, baute er seine Position aus … Erwies sich seine Hypothese jedoch als falsch, dann handelte er umgehend. Er stieg aus der Position aus.”</p>
<p style="padding-left: 30px;">S. 100: ” Wenn [Soros] feststellt, dass sich eine Situation nicht zu seinen Gunsten entwickelt, dann steigt er aus.”</p>
<p>Kluge Anleger sind also flexibel und offen dafür, ihre einmal gefassten Meinungen auch wieder zu widerrufen. Es ist eher ein Anzeichen schlechter Investoren, unbeirrt an Geldanlage-Vorurteilen festzuhalten.</p>
<p>Zum guten Schluss zitiere ich noch einmal Rolf Dobelli:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Der Fluch besteht darin, dass der Confirmation Bias unbewusst bleibt. Natürlich, wir haben es nicht gern, wenn Löcher in unsere Überzeugungen geschossen werden. Doch ist es nicht so, dass wir Schutzschilder vor unsern Überzeugungen aufrichten. Es ist eher so, als ob mit einem Schalldämpfer auf uns geschossen wärde: Die Schüsse fallen, aber wir hören sie nicht.&#8221;</p>
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		<title>Soros sieht eher Gefahr einer Deflation</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2531/soros-sieht-eher-gefahr-einer-deflation/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 09:43:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern habe ich folgenden Artikel auf Focus.online gelesen: &#8220;Star-Investor Soros geißelt deutsche Inflationsangst&#8220;. Darin wird der amerikanische Hedgefonds-Manager George Soros zitiert. Soros sieht aktuell eher die Gefahr einer Deflation als einer Inflation. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil die meisten Privatanleger, mit denen ich spreche, meinen, dass sehr hohe Inflationsraten in der näheren Zukunft unausweichlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/euro-inflation-soros1.jpg"><img src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/euro-inflation-soros1-150x150.jpg" alt="" title="euro-inflation-soros" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2534" /></a>Gestern habe ich folgenden Artikel auf Focus.online gelesen: &#8220;<a title="Soros Inflation Deflation" href="http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/kritik-an-euro-krisenmanagement-star-investor-soros-geisselt-deutsche-inflationsangst_aid_706858.html">Star-Investor Soros geißelt deutsche Inflationsangst</a>&#8220;. Darin wird der amerikanische Hedgefonds-Manager George Soros zitiert. Soros sieht aktuell eher die Gefahr einer Deflation als einer Inflation. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil die meisten Privatanleger, mit denen ich spreche, meinen, dass sehr hohe Inflationsraten in der näheren Zukunft unausweichlich sind.</p>
<p>Auch ein Großteil der Medien stößt ins selbe Horn: Immer und immer wieder wird das Gespenst der Inflation gesehen. Das ist umso erstaunlicher, als wir aktuell faktisch definitiv keine überbordende Inflation haben. Nach Angaben der Bundesbank (siehe beispielsweise den letzten <a title="Bundesbank Inflationsrate" href="http://www.bundesbank.de/download/ezb/monatsberichte/2011/201112.mb_ezb.pdf">Monatsbericht</a> Seite 67) liegt die Teuerungsrate akutell um die 3%.</p>
<p>Diese Inflationsangst wird in der Regel unterfüttert mit fehlerhaften &#8220;Geldtheorien&#8221;. Nachfolgend gehe ich auf diese, aus meiner Sicht, fehlerhaften &#8220;Geldtheorien&#8221; kurz ein &#8230;</p>
<p><span id="more-2531"></span></p>
<p><strong>Viel Nebel um den Goldstandard</strong></p>
<p>Ein Fehler ist zum Beispiel, dass viele meinen, dass ein Fehler des derzeitigen Geldsystems darin besteht, dass es vermehrbar ist. Gerne wird dann auf den guten alten <a title="Goldstandard" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstandard">Golstandard </a>verwiesen. Nach dem Motto: Die Goldmenge ist nicht vermehrbar und gibt deswegen eine gute Basis für &#8220;echtes&#8221; Geld ab.</p>
<p>Diese Theorie ist sehr leicht zu widerlegen, schlicht durch einen Blick in die Geschichte. Es ist nämlich eine historische Tatsache, dass sich der Goldstandard erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts durchsetzte. Vorreiter war Großbritannien um ca. 1810. Deutschland kam erst 1870 zum Goldstandard, die USA offiziell erst ab etwa 1898. Und der Grund, warum man in dieser Zeit Gold als Grundlage der Währung nehmen konnte, bestand darin, dass es um 1850 herum eine Reihe spektakulärer neuer Goldfunde gab (Kalifornien, Alaska und Südafrika). Erst dadurch, dass im großen Stile Jahr für Jahr die Goldmenge gewachsen ist, konnte man Gold als Basis für ein Währungssystem hernehmen.</p>
<p>Spätestens aber seit der Verwerfungen nach dem Ersten Weltkrieg und der Großen Depression in den 1930er-Jahren ist klar, dass Gold als Grundlage für ein modernes Währungssystem ungeeignet ist. Der große Ökonom John Maynard Keynes beispielsweise war ein strikter Gegner der Wiedereinführung des Goldstandards in Großbritannien 1925. Der damalige Finanzminister, Winston Churchill, der damals den Goldstandard &#8211; trotz der Warnungen von Keynes &#8211; wiedereingeführt hat, sagte später, dass das der größte Fehler seines Lebens war. Denn die Folge war ein massiver wirtschaftlicher Einbruch in Großbritannien.</p>
<p>Leider wischen all jene, die momentan den &#8220;Goldstandard&#8221; für eine gute Idee halten, all diese historischen Tatsachen einfach beiseite. Sehr, sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist das Buch von Liaquat Ahamed: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898795780?ie=UTF8&amp;tag=wwwdrpeterrei-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898795780">Die Herren des Geldes. Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwdrpeterrei-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3898795780" border="0" alt="" width="1" height="1" />. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nach der Lektüre dieses Buches noch ernsthaft an den Goldstandard glauben kann.</p>
<p><strong>Falsche Ansichten zur Geldmenge und Geldschöpfung</strong></p>
<p>Ein weiteres Problem ist, dass viele Hobby-Geldtheoretiker bei den Begriffen Geldmenge und Geldschöpfung durcheinander geraten. Sehr häufig wird das Notenbank-Geld mit der Geldmenge insgesamt gleichgesetzt. Wenn also die Notenbank &#8220;Geld druckt&#8221;, dann befürchten viele einen exorbitanten Anstieg der Geldmenge, was dann, so die Meinung, unweigerlich zu einer Inflation führen müsse.</p>
<p>Tatsächlich ist das Notenbank-Geld nur ein Teil der gesamten Geldmenge. Schätzungeweise weniger als ein Drittel. Der Großteil der Geldmenge wird durch die Kreditinstitute (also die Banken) geschaffen. Wie die Banken Geld &#8220;schaffen&#8221; ist zwar etwas verwirrend und genau das erzeugt tiefes Misstrauen &#8211; das ist aber ein sehr wesentlicher Faktor. Wichtiger jedenfalls als das, was in der Macht der Notenbank liegt.</p>
<p>Deswegen wird ja auch zwischen verschiedenen Geldmengenaggregaten unterschieden: M0, M1, M2 und M3. Siehe beispielsweise den sehr guten <a title="Geldmenge Soros" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge">Wikipedia-Artikel </a>zu diesem Thema.</p>
<p>Wie Geldschöpfung funktioniert, wird sehr gut in dem folgenden Video dargestellt.<br />
<iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/fdA2528uUj4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Anhand eines Rechenbeispiels wird hier gezeigt, wie aus einer Bareinlage von 1000 DM über vier Schritte insgesamt 2.361,60 DM neues Geld geschaffen wird. Das Ganze klingt sehr merkwürdig, ist aber eigentlich keine Hexerei.</p>
<p>Wenn man dieses Video ansieht, achte man bitte darauf, dass für die dargestellt Geldschöpfung keine Notenbank notwendig ist. Das ist deswegen so wichtig, weil es ja in den Medien häufig so dargestellt wird, als sei die Notenbank alleine für die Geldschöpfung verantwortlich. Das Video zeigt sehr schön, dass Geschäftsbanken einen großen Anteil an der Geldschöpfung mittels Kreditvergabe haben.</p>
<p>An dem Video kann man auch sehr schön sehen, dass dieses System der Geldschöpfung für sich genommen nichts komplett Unsolides oder Fragwürdiges ist. Das System steht und fällt vielmehr mit der Quote für die notwendige Barreserve. Hierfür gilt für normale Zeiten ein Erfahrungswert. So weiß man, dass im Normalfall eine Barreserve von 20% oder weniger genügen.</p>
<p>Klar wird so auch, warum ein Bankenansturm für das Bankensystem so gefährlich ist, wenn nämlich alle Einleger mit einem Schlag all ihr Geld abheben möchten. So etwas kann die solideste Bank umhauen.</p>
<p>Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag dazu: Auf diese Weise Geld geschöpft haben die Banken auch zu Zeiten des Goldstandards. Womit man wieder sieht, dass mit einer Wiedereinführung des Goldstandards das Fiat-Geld-Thema noch lange nicht abgehakt wäre.</p>
<p><strong>Inflation muss nicht schlecht sein</strong></p>
<p>Zuletzt noch eine Bemerkung zum Schreckgespenst Inflation. Viele meinen, dass Inflation etwas ganz, ganz Schlimmes sei. Ich rede nicht von Hyperinfaltion, aber tatsächlich ist eine Geldentwertung sogar gut für die Wirtschaft. Und damit für uns alle.</p>
<p>Man sehe sich zu diesem Thema beispielsweise folgendes Video über die Regionalwährung &#8220;den Chiembauer&#8221; an:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/8wcKTUJPAa0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Chiemgauer ist eine Erfolgsgeschichte. Interessant ist aber, dass er alle 3 Monate 2% an Wert verliert. Im Text heißt es: &#8220;Dadurch gibt man das Geld schneller aus und fördert die Geschäfte vor Ort.&#8221; Eine Geldentwertung alle 3 Monate um 2%, das ist eine Inflationsrate von 4 x 2% = 8%. Ist das nicht genau das, wovor so viele Angst haben? Ist eine Geldentwertung von 8% nicht das große Schreckensgespenst?</p>
<p>In dem Videobeitrag jedenfalls wird der Chiemgauer als Erfolgsmodell dargestellt &#8211; trotz der offenbar hohen eingebauten Entwertung. Offenbar stimmt also etwas nicht mit der übertriebenen Infationsangst vieler Deutscher. (Wie gesagt ich spreche nicht von Hyperinflation, was ohne Zweifel Gift für eine Volkswirtschaft ist).</p>
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		<title>Prof. Shiller über die Finanzkrise</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 08:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Der renommierte Yale-Professor Robert Shiller galt immer als Kritiker des Finanzsystems. Insbesondere leugnete er das Dogma, dass die Finanzmärkte effizient seien. Stattdessen hat Prof. Shiller in seinem Buch Irrationaler Überschwang beschrieben, wie sich an den Kapitalmärkten Tendenzen selbst verstärken können. Im Sinne von Rückkoppelungseffekten: Weil die Aktien für ein paar Monate gestiegen sind, kaufen Anleger Aktien, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der renommierte Yale-Professor Robert Shiller galt immer als Kritiker des Finanzsystems. Insbesondere leugnete er das Dogma, dass die Finanzmärkte effizient seien. Stattdessen hat Prof. Shiller in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593366649/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwdrpeterrei-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593366649">Irrationaler Überschwang</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwdrpeterrei-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3593366649" border="0" alt="" width="1" height="1" /> beschrieben, wie sich an den Kapitalmärkten Tendenzen selbst verstärken können. Im Sinne von Rückkoppelungseffekten: <em>Weil </em>die Aktien für ein paar Monate gestiegen sind, kaufen Anleger Aktien, so dass Aktien noch weiter steigen. Und umgekehrt: <em>Weil </em>Aktien eine Zeitlang gefallen sind, verkaufen Anleger Aktien, so dass die Kurse noch weiter fallen.</p>
<p>Darüber habe ich mehr geschrieben in meinem Artikel &#8220;<a title="Shiller Finanzkrise" href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/959/shillers-ruckkoppelung-lasst-grusen/">Shillers Rückkoppelung lässt grüßen</a>&#8220;.</p>
<p>In der Süddeutschen Zeitung wurde heute (25.01.2012) ein Interview mit Robert Shiller veröffentlicht. Darin spricht er u.a. über die Finanzkrise&#8230;</p>
<p><span id="more-2528"></span></p>
<p style="padding-left: 30px;"> &#8221;<strong>Shiller</strong>: Unsere Zivilisation ist auf Finanzinstitutionen aufgebaut. Das Finanzsystem ermöglicht es Menschen, ihre Ziele zu verfolgen. Es hat Schäden, und die sollten wir reparieren &#8230;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: Verglichen mit den Folgen eines Krieges war 2008 ein Kräuseln der Wellen. Sicher, viele Leute haben sehr gelitten. Aber das können wir künftig verhindern &#8230; Die Finanzkrise war aus historischer Sicht eine Delle. So etwas hat es in den vergangenen hundert Jahren immer wieder gegeben. Trotzdem hatten wir außerordentliches Wirtschaftswachstum. Ich wäre nicht so kritisch mit einem Finanzsystem, das dieses Wachstum ermöglicht hat.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>SZ</strong>: Aber der Preis dafür, dass es bei der Delle blieb, war hoch. Die Staatsverschuldung explodierte und in Europa haben wir jetzt die Schuldenkrise.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: Die europäische Krise hat ihre Wurzeln in Grundzügen menschlichen Verhaltens. Politiker versprechen Dinge, die nicht bezahlbar sind. Menschen schwanken zwischen Überschwang und Angst. Deshalb kollabieren die Märkte gelegentlich. Die Verschuldung Griechenlands war ja vor der Krise hoch, aber tragbar. Dann bekamen die Anleger Angst vor einer Pleite, sie flohen aus griechischen Anleihen und trieben so die Zinsen in die Höhe Es wurde wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>SZ</strong>: Die Staatsschulden sind auch deshalb explodiert, weil Banken mit vielen Milliarden Dollar gerettet werden musten. Deshalb sind die Menschen ja so wütend auf die Wall Street.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: Solche Rettungsaktionen sind gelegentlich unvermeidbar. Es kommt darauf an, dass auch die einfachen Leute in einer Krise gerettet werden. Das ist möglich und es gibt Vorschläge dazu &#8230;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: &#8230; Ich will im Übrigen die systemischen Risiken gar nicht kleinreden, ich warne nur davor, Finanzinstitute als böse zu verdammen. Wenn ein Flugzeug verunglückt, sind dann die Fluggesellschaften böse? Gehen wir dann zurück zu Pferden als Transportmittel? Nein, wir holen Ingenieure, um das Problem zu lösen. Das scheint offensichtlich, ist es aber nicht. Die Leute moralisieren einfach.</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8230; Aber es gibt viele sinnvolle [Finanz-]Innovationen. Die Verbriefung von Hypotheken zum Beispiel oder die Credit Debt Obligations (CDOs). sie ermöglichen es, Kreidte zu bündeln und in einzelne Tranche, je nach Risiko aufzuteilen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>SZ</strong>: Diese Innovation hat die Finanzkrise mit verursacht.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: Es war nicht die Innovation, es waren Fehler bei deren Anwendung. Wir hatten eine Immobilienblase, die nicht verstanden wurde. Booms und Zusammenbrüche sind Teil der Geschichte, vermutlich schon zu einer Zeit, in der es noch keine Finanzmärkte gab. Menschen machen Fehler und das kann verheerende Folgen haben. Mit den Instrumenten der Finanzmärkte können wir uns viel besser vor diesen Folgen schützen. Wir müssen das System nur demokratisieren.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>SZ</strong>: Was heißt für Sie in diesem Zusammenhang Demokratisierung?</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Shiller</strong>: Zum Beispiel bessere und neutrale Finanzbertung. Derzeit haben es normale Verbraucher immer mit Verkäufern zu tun, die ihnen ein Finanzprodukt andienen, sie sind nicht unabhängig. Die Regierung müsste daher neutrale Finanzberater subventionieren, so wie sie Ärzte subventioniert. Ihr Arzt sollte ja auch nicht der Beafutragte eines Pharmakonzerns sein&#8230;&#8221;</p>
<p>Auch ich bin der Meinung, dass in der aktuellen Diskussion über die Finanzmarktkrise zu viel moralisiert wurde. Und ich bin beileibe kein Freund der Banken. Banken sind derzeit Paradebeispiele dessen, was Prof. Shiller als Verkäufer von Finanzprodukten bezeichnet. Aber Banken generell als &#8220;moralisch böse&#8221; darzustellen, halte ich für sehr bedenklich.</p>
<p>Gerade in ihrer eigentlichen Funktion als Kreditinstitute erfüllen sie einen wichtigen gesellschaftlichen Zweck. Wer einen Kredit will, braucht Banken. Ich würde mich halt nicht in Fragen der Geldanlage von einem Bankberater &#8220;beraten&#8221; lassen. Wer das aber heute noch macht, möchte ich sagen, ist schon fast selbst schuld. Denn seit vielen, vielen Jahren ist doch immer wieder in der Presse zu lesen oder in TV-Reports zu sehen, dass Banken in der Anlageberatung vor allem ein Eigeninteresse verfolgen &#8211; und nicht das Kundeninteresse. Wer zu seinem Bankberater sich vordergründig kostenlos beraten lässt und so naiv ist zu glauben, dass die Bank hier nicht irgendwie ein Eigeninteresse verfolgt, dem kann man, denke ich, nicht helfen.</p>
<p>Ich stimme Prof. Shiller auch zu, wenn er sagt, dass die Finanzinnovationen nicht als solche das Problem sind. Was merkwürdigerweise immer wieder vergessen wird, ist, dass am Anfang der US-amerikanische Immobilien-Boom stand, der dann irgendwann platzte. Immerhin stiegen US-Immobilien von 1996 bis 2006, also 10 Jahre lang, jedes Jahr um ca. 10%. Die Leute meinten dann, dass das immer so weitergehen müsse.</p>
<p>Exakt so, wie heutige Käufer von deutschen Immobilien meinen, dass deutsche Immobilien nur an Wert gewinnen können. Wir haben hier beidemale exakt das, was Prof. Shiller als Rückkoppelung beschreibt. US-Immobilien galtenlange Zeit für Anleger deswegen für attraktiv, <em>weil </em>sie in der Zeit davor an Wert gewonnen haben. Und Anleger halten heute deutsche Immobilien für attraktiv, <em>weil </em>sie im letzten Jahr wertvoller geworden sind. Und Anleger machen aktuell einen großen Bogen um Aktien, <em>weil </em>sie in den letzten Monaten starke Kursabschwünge erlebt haben.</p>
<p>Es ist immer dasselbe: Anleger schließen von einer vergangenen Tendenz auf eine künftige Tendenz. Und exakt dies führt immer wieder zu einem irrationalen Überschwang bzw. zu dramtatischen (sich selbst verstärkenden) Abschwüngen. All dass aber eben immer nur eine Zeitlang, solange bis die (emotionale) Stimmung an den Märkten wieder kippt.</p>
<p>Ein solches Kippen war die Ursache für den Wertverlust der US-Immobilien ab 2007. Ein solches Kippen war auch die Ursache der europäischen Staatsschuldenkrise. Die Anleger leihen über einen langen Zeitraum dem Staat Griechenland relativ unbdenklich ihr Geld nach dem Motto; Das wird schon gutgehen. Dann kommen nach und nach Befürchtungen auf, die Stimmung kippt und der Abwärtsstrudel beginnt &#8230; Bis auch das natürlich irgendwann wieder ein Ende hat. Auf und nieder, immer wieder. Das ist das lustige Spiel an den Finanzmärkten.</p>
<p>Seltsamerweise glauben Marktteilnehmer, die gerade in einer Aufwärtsphase sind, dass diese Aufwärtsphase für alle Ewigkeit so weitergehen wird. Und Marktteilnehmer, die sich gerade in einer Abwärtsphase befinden, glauben, dass es von nun an für immer nach unten gehen wird. Die aller wenigsten schaffen es, eine lagnfristige, übergeordnete Perspektive einzunehmen. Die Schwierigkeit besteht natürlich, dass kein Mensch sagen kann, wann eie Tendenz kippen wird.</p>
<p style="padding-left: 30px;"> </p>
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		<title>Die Stimmung ist düster und die Kurse steigen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 08:38:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem WiWo-Artikel vom 16.01.2012 (Link dorthin) wird eine Sentix-Studie zitiert, wonach die Mehrheit der Anleger düster ins Börsenjahr 2012 blickt. Das ist natürlich kein Wunder. Denn das vergangene Börsenjahr war alles andere als rosig. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere. Anfang 2011 glaubten fast alle Marktteilnehmer, dass die Finanzkrise im Prinzip ausgestanden sei. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem WiWo-Artikel vom 16.01.2012 (<a title="Wiwo Börse 2012" href="http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/boersenjahr-2012-die-stimmung-ist-so-duester-wie-nie/6073996.html">Link dorthin</a>) wird eine Sentix-Studie zitiert, wonach die Mehrheit der Anleger düster ins Börsenjahr 2012 blickt. Das ist natürlich kein Wunder. Denn das vergangene Börsenjahr war alles andere als rosig.</p>
<p>Vielleicht erinnert sich der eine oder andere. Anfang 2011 glaubten fast alle Marktteilnehmer, dass die Finanzkrise im Prinzip ausgestanden sei. OK, da gab es noch Griechenland und Portugal. Und auch eine Herabsetzung der Ratings für US-Staatsanleihen lag schon irgendwie in der Luft. Dennoch war die allgemeine Stimmung eher positiv.</p>
<p><span id="more-2526"></span></p>
<p><strong>Japan, USA, dann Europa</strong></p>
<p>Dann kam im März 2011 die Atomkatastrophe von Japan (Siehe z.B. <a title="Fukushima Katastrophe" href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753398,00.html">SpiegelOnline</a>). In deren Folge purzelten die Börsenkurse. Die gute Stimmung bekam einen ersten Kratzer. Davon erholten sich die Kapitalmärtke allerdings bemerkenswert schnell. So dass im Sommer die Welt wieder einigermaßen gut aussah.</p>
<p>Das böse Erwachen kam dann aber im August. Nachdem sich Republikaner und Demorkaten bis zur letzten Sekunde um eine Erhöhung der US-Schuldengrenze stritten, stuften Rating-Agenturen die Bonität der USA herab. Mit einem Donnerschlag stand das Thema &#8220;Staatsschuldenkrise&#8221; wieder im Vordergrund. Und obwohl dieser Donnerschlag seinen Ausgang von Amerika nahm, erreichte er mit besonderer Wucht Europa.</p>
<p>Vor allem die Staatsschulden Griechenlands gerieten ins Visier. Immer mehr zeichnete sich ab, dass Griechenland um einen Schuldenschnitt nicht herumkommt. Problematisch war zudem, dass die europäischen Politiker sich schwer taten, konsequent und beherzt meinetwegen auch schmerzhafte Lösungswege zu gehen. Dieses zöglicheriche Vorgehen belastete zusätzlich die Märkte. Zumal viele befürchteten, dass auch andere Länder wie beispielswiese Spanien oder Italien in den Sog der Staatsschuldenkrise geraten könnten.</p>
<p>Die Schwankungen an den Aktienmärkten nahmen dramatische Formen an. An einem Tag 5 Prozent Verlust, am nächsten wieder hoch, dann wieder runter &#8230; und so weiter. Als Anleger brauchte man schon sehr gute Nerven.</p>
<p><strong>Von der Staatsschuldenkrise zur &#8220;Euro-Krise&#8221;</strong></p>
<p>In den Medien wurde die Staatsschuldenkrise immer mehr zur &#8220;Euro-Krise&#8221; hochstilisiert. Das ist insofern merkwürdig als faktisch ja nicht die Euro-Währung in der Krise ist, sondern einige europäische Staaten in einer Staatsschuldenkrise. Der Schluss von einer Staatsschuldenkrise zu einer Währungskrise wurde in den Medien allzu schnell udn allzu unreflektiert gemacht.</p>
<p>Das ist deswegen problematisch, weil der Blick der Menschen von dem eigentlichen Problem abgewendet wurde. Das eigentliche Problem ist nicht der Euro. Das eigentliche Problem ist, dass unsere Politiker über Jahrzehnte hinweg glaubten, dass die Kapitalmärkte eine Selbstbedientungsladen sind. Man müsse nur sagen, dass man Geld braucht (um seine Wähler zu beglücken) und Schwups bekommt man das Geld auch schon geliehen. Unsere Politiker in ganz Europa meinten, dass das einfach so weitergehen könne.</p>
<p>Die bittere Lernerfahrung im Jahr 2011 war, dass das eben nicht immer so weitergehten kann. Bis zu einem gewissen Grade kann man den Politikern ja nicht einmal einen Vorwurf machen. Die Menschen sind halt so, dass sie eien unangenehme Wahrhiet erst dann begreifen, wenn es wehtut. Es bedurfte erst einer Krise, damit die Politiker aufwachen. Und diese Krisen konnten wir 2011 miterleben.</p>
<p>Hier setze ich auch schon meinen unerschütterlichen Optimismus an: Ich hoffe sehr, dass die Politiker (zumindest in Europa) aus dem ganzen Schlamassel etwas frü die Zukunft lernen werden. Dass sie eben mit der Staatsverschuldung aufpassen müssen und hier das Ganze nicht aus dem Ruder laufen lassen dürfen. Denn eines ist klar. Gerade auch für die politischen Eliten war die Staatsschuldenkrise im höchten Maße unangemehm.</p>
<p><strong>Mögliche Lernerfahrungen</strong></p>
<p>Nehmen wir als Beispiel Griechenland. Ein griechischer Ministerpräsident verlor sein Amt, ein hoch unzufriedenes Volk, Teile der Staatssouveränität mussten abgegeben werden. All dass sind Dinge, die sich kein Politiker wünschen kann. Vielleicht bin ich zu blauäugig, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Erinnerungen an diese Erniedrigungen nicht bewahrt werden, um künftig so etwas nicht noch einmal durchmachen zu müssen. Das könnte zumindest die Lernerfahurng sein. Hoffen wir mal das Beste.</p>
<p>Die Staatsschuldenkrise wurde aus zwei Gründen dramatisch. Erstens gerieten dadurch auch die Banken wieder in die Krise. Wenn die Banken aber in der Krise sind, dann können sie weniger Kredite vergeben, und daher ist zweitens ein Konjunktureinbruch zu befürchten. Das war genau der Grund, warum in den Monaten ab August 2011 der Aktienmarkt so litt.</p>
<p>Das Problem an dieser Stelle ist, dass eine negative Stimmung immer zu negativen Zukunftsaussichten führt. Die Realtität konnte noch so positiv sein, angesichts all der genannten Krisenherde überschlugen sich die Wirtschaftsauguren mit negativen Prognosen. Genau das wurde in den Medien widergespiegelt und viele Menschen nahmen das, was da an möglichen Zukunftsszenarien berichtet wurde, für bar Münze. Für mich war es wirklich bemerkenswert, wie wenig viele Jorunalisten mehr zwischen Fakten und phantaiserter Zukunft unterscheiden konnten. So auch in solch renommierten Zeitungen wie beispielsweise die Süddeutsche Zeitung,</p>
<p>Das ist etwa so als würden die Medien nicht über ein tatsächlich geschehenes Schiffsunglück berichten, sondern über ein Schiffunglück, wie es möglicherweise in 6 Monaten geschehen kann. Dieses Phantasie-Unglück wird aber so sehr ausgemalt, dass das breite Publikum nicht mehr unterscheiden kann, ob es tatsächlich stattgefunden hat oder eben nur das ist was es ist: ein mögliches Szenario, das eintreten kann aber nicht eintreten muss. So war leider unsere Medien-Situation mit Bezug auf die Euro-Krise Ende des Jahres 2011.</p>
<p><strong>Es kommt fast immer anders als man denkt</strong></p>
<p>Und nun wieder zu der oben zitierten Studie. Angesichts eines so unruhigen Börsenjahres, bei dem so vieles ganz anders kam als man anfangs vermtutete, und bei der genannten negativen Berichterstattung, ist es alles andere als ein Wunder, dass die Stimmung der meisten Anleger derzeit am Boden ist.</p>
<p>Umso interessanter ist, dass die Aktienkurse seit Anfang Janaur wieder deutlich steigen. Was sich hier meiner Meinung mal wieder zeigt, ist, dass es an den Kapitalmärkten (fast) immer anders kommt, als die Mehrheit glaubt. Das ist schon fast ein Naturgesetz. Die meisten halten die Finanzkrise für beendet (in diesem Fall mich eingeschlossen) und die Kurse crashen. Oder eben umgekerht: Die Stimmung liegt komplett darnieder und die Kurse steigen. So unberechenbar sind eben die Kapitalmärkte.</p>
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		<title>Was nun? Inflation oder Deflation?</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2524/was-nun-inflation-oder-deflation/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 15:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe eben einen Artikel in der Financial Times Deutschland gelesen: Deflation als unterschätzte Bedrohung. Darin wird beschrieben, dass einige Wirtschaftswissenschaftler das Szenario einer Deflation in den nächsten Jahren für durchaus möglich halten. Das ist natürlich deswegen so bemerkenswert, weil die Stimmungslage der meisten Deutschen genau entgegengesetzt ist. Erst gestern hatte ich wieder ein Gespräch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe eben einen Artikel in der Financial Times Deutschland gelesen: <a title="FTD Deflation" href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:portfolio-deflation-als-unterschaetzte-bedrohung/60153945.html#utm_source=rss&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=/">Deflation als unterschätzte Bedrohung</a>. Darin wird beschrieben, dass einige Wirtschaftswissenschaftler das Szenario einer Deflation in den nächsten Jahren für durchaus möglich halten. Das ist natürlich deswegen so bemerkenswert, weil die Stimmungslage der meisten Deutschen genau entgegengesetzt ist.</p>
<p>Erst gestern hatte ich wieder ein Gespräch mit einem Herren, der sich ganz und gar sicher war: &#8220;Staatsanleihen darf man derzeit nicht kaufen, weil eine Inflation unausweichlich ist.&#8221; Aha, eine Inflation <span style="text-decoration: underline;">muss</span> kommen, es gibt keine Alternative. Die Frage ist nur wann. So die Meinung sehr vieler Anleger momentan. Daher ja auch der Ansturm auf Gold und Immobilien. Nach dem Motto. Hier findet man einen Schutz vor Inflation.</p>
<p><span id="more-2524"></span></p>
<p>Ich gebe zu: Eine Inflation ist ein <em>mögliches </em>Szenario. Aber keinesfalls ein notwendiges. Das stimmt einfach nicht. Und wer sich heute zu sicher ist, kann leicht eine böse Überraschung erleben.</p>
<p>Dass das Inflationsszenario alles andere als notwendig ist, belegt der genannte FTD-Artikel. Denn wie könnten Wirtschaftswissenschaftler das Gegenteil einer Inflation, nämlich die Deflation, für wahrscheinlich halten, wenn die Inflation unausweichlich ist. Offenbar gibt es diese Unausweichlichkeit nicht. Man kann in diesem Punkt durchaus unterschiedliche Erwartungen haben. Es gibt keine Gewissheit.</p>
<p>Was mich sowieso schon seit längerem wundert, ist, dass Inflationsbefürchter offenbar das Schicksal Japans komplett ausblenden. Das Argument ist ja meistens: Hohe Staatsverschuldung muss notwendigerweise in einer Inflation münden. Nun ja, Japan ist sehr stark verschuldet, aber leidet seit 20 Jahren an einer Deflation. Offenbar kann an dem Schluss: &#8220;Hohe Staatsverschuldung =&gt; Inflation&#8221; etwas nicht stimmen.</p>
<p>Wie gesagt: ich möchte nicht ausschließen, dass es vielleicht in den nächsten Jahren zu einer hohen Inflation kommen wird. Das ist durchaus denkbar und möglich. Ich wehre mich aber dagegen, wenn hier von einer unausweichlichen Notwendigkeit gesprochen wird. Bzw. halte ich es für direkt gefährlich, wenn sich Leute zu sicher sind, dass eine Inflation unabwendbar auf uns zukommt. Wenn sich Leute zu sicher sind, folgen schnell gravierende Fehlentscheidungen in Sachen Geldanlage.</p>
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		<title>Gold und Silber &#8211; sichere Häfen?</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 15:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die  europäischen Staatsschuldenkrise dauert inzwischen schon zwei Jahre. Die Aktienmärkte fahren Achterbahn. Kein Wunder, dass viele Anleger verunsichert sind. Dazu kommt, dass sich derzeit viele sogenannten Experten mit Horrorszenarien überbieten (ein Blick auf die aktuellen Auslagen der Wirtschaftsbücher in den Buchläden kann einem ohne Weiteres die Stimmung  für zwei Tage versauen). Angesichts all diesem Negativen wünschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die  europäischen Staatsschuldenkrise dauert inzwischen schon zwei Jahre. Die Aktienmärkte fahren Achterbahn. Kein Wunder, dass viele Anleger verunsichert sind. Dazu kommt, dass sich derzeit viele sogenannten Experten mit Horrorszenarien überbieten (ein Blick auf die aktuellen Auslagen der Wirtschaftsbücher in den Buchläden kann einem ohne Weiteres die Stimmung  für zwei Tage versauen). Angesichts all diesem Negativen wünschen die Anleger natürlich vor allem eines: Sicherheit. Nichts ist derzeit  mehr Balsam für die Seele, als eine -sichere- Geldanlage. Ja kein Risiko mehr!</p>
<p>Und wozu flüchtet nun die arme geschundene Seele? Naja, zu Gold oder Silber. Waren das nicht schon immer der Inbegriff von Werterhalt und Sicherheit? Geht alles darnieder, so ist das &#8211; meint man &#8211; der letzte sichere Hafen. Ja, so meint man und die Medien stoßen (fast einhellig) ins selbe Horn. Gold und Silber, ja das sind die &#8220;Krisenwährungen&#8221; schelchthin (Was auch immer mit &#8220;Krisenwährung&#8221; gemeint sein mag, denn merkwürdigerweise waren weder Gold noch Silber in allen historisch bezeugten Krisen gut funktionierende Währungen &#8211; das waren stattdessen beispielsweise Zigaretten, Damenstrümpfe oder ähnliches).</p>
<p>Wer nun in Gold und Silber einen sicheren Hafen suchte, ist mindestens seit heute eines Besseren belehrt worden. Heute (29.12.2011) hat der Goldpreis fast um 4% nachgegeben, und der Silberpreis ist sogar um über 7% gefallen. Angesichts solch hoher Tagesverluste ist es absurd davon zu reden, dass Gold und Silber &#8220;sicher&#8221; wären. Die Tatsache ist: Beide Edelmetalle waren und sind äußerst risikoreiche Formen der Geldanlage. Von Sicherheit keine Spur.</p>
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		<title>Wie der Euro schlecht geredet wird</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2515/wie-der-euro-schlecht-geredet-wird-inflation/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 09:13:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztes Wochenende (27. November 2011) las ich einen Artikel in der Welt am Sonntag: &#8220;&#8221;Nichts als Illusionen&#8221; (S. 47). Untertitel: &#8220;In der Euro-Schuldenkrise deuten sich radikale Lösungen an. Mit einem Inflationszauber könnte die Europäische Zentralbank die Verbindlichkeiten verschwinden lassen. Doch der Sparer zahlt die Vorstellung.&#8221; Der ganze Artikel malt das Schreckgespenst der Geldentwertung an die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/euro-inflation-geldentwertung1.jpg"></a>Letztes Wochenende (27. November 2011) las ich einen Artikel in der Welt am Sonntag: &#8220;&#8221;Nichts als Illusionen&#8221; (S. 47). Untertitel: &#8220;In der Euro-Schuldenkrise deuten sich radikale Lösungen an. Mit einem Inflationszauber könnte die Europäische Zentralbank die Verbindlichkeiten verschwinden lassen. Doch der Sparer zahlt die Vorstellung.&#8221;</p>
<p>Der ganze Artikel malt das Schreckgespenst der Geldentwertung an die Wand. Mir ist aber vor allem die Grafik aufgefallen, die am Ende des WamS-Artikel abgedruckt wurde:</p>
<p> <a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/euro-inflation-geldentwertung2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2518" title="euro-inflation-geldentwertung" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/euro-inflation-geldentwertung2-1024x435.jpg" alt="" width="927" height="366" /></a><span id="more-2515"></span>Rechts wird die Entwicklung der tatsächlichen Geldentwertung dargestellt, links schematische Darstellungen, je nachdem welche Inflationsrate man für 10 Jahre annimmt. In der linken (schematischen) Grafik ist die oberste Linie mit einer Geldentwertung von 2% verbunden, die mittlere mit 5% und die unterste mit 10%.</p>
<p>Die beiden Grafiken so nebeneinandergestellt suggerieren, dass der Euro in den letzten Jahren einen Kaufkraftverlust von 10% pro Jahr hatte. Immerhin gleicht der Chart der tatsächlichen Geldentwertung rechts am meisten der schematischen Linie links, die eine Inflation von 10% annimmt. Oberflächlich betrachtet jedenfalls.</p>
<p>Denn wenn man genauer hinsieht, fällt einem zunächst folgendes auf. Die  (schematische) Skalierung links geht von 20 bis 100. Der Inflations-Chart für eine Rate von 10% startet bei 100% und endet bei etwas unter 40%. Der Inflations-Chart für eine Rate von 2% startet bei 100% und endet bei etwas über 80%.</p>
<p>Die Skalierung rechts hingegen startet nicht bei 20, sondern geht von 75 bis 100. Der Chart der realen Geldentwertung startet bei 100% und endet bei etwas über 75%. Offenbar ist der reale Chart also eher mit der schematischen 2%-Linie links zu vergleichen als mit der schematischen 10%-Linie.  Die von der WamS gewählte Darstellung leitet durch die unterschiedlichen Skalierungen der beiden Grafiken also in die Irre. Jedenfalls, wenn man nur oberflächlich hinsieht.</p>
<p>Es geht aber noch weiter. Denn auch die Skalierungen der Zeitachsen stimmen nicht überein. Die schematische Grafik links stellt einen<strong> 10</strong>-Jahreszeitraum dar, die reale Grafik rechts erstrekct sich über <strong>20</strong> Jahre.</p>
<p>Bei einer angenommenen Geldentwertung von 2% pro Jahr hat sich die Kaufkraft in 10 Jahren von 100% auf etwa 80% reduziert. Auf Sicht von 20 Jahren müssten wir bei ca. 67% landen. Die tatsächliche Entwicklung (siehe rechts) endet aber deutlich über 67%, nämlich bei etwa 76%. Über 20 Jahre hinweg entspricht dies einer durchschnittlichen Geldentwertung von ca. 1,35% pro Jahr.</p>
<p>Jetzt kann man sich die Fragen stellen:</p>
<ul>
<li>Warum &#8220;schummelt&#8221; die WamS derartig mit den Skalierungen?</li>
<li>Warum wird der Chart der tatsächlichen Geldentwertung (rechts) so dargestellt, dass es &#8211; oberflächlich betrachtet &#8211; so aussieht, als entspreche diese Entwicklung einer Inflation von 10%?</li>
<li>Warum wird die tatsächliche Zahl von ca. 1,35% nirgendwo erwähnt?</li>
</ul>
<p>Die Antwort, denke ich, liegt auf der Hand. In den Medien wird gerade Kapital aus der Angst vor Geldentwertung und Krise geschlagen. Die Medien lieben es, Horrorszenarien an die Wand zu malen. Das klingt interessant, das verkauft sich gut.</p>
<p>Vielleicht kommt auch noch ein anderer Aspekt hinzu. Die Medien schaukeln sich gegenseitig hoch. Wenn der eine über Schreickensnachrichten berichtet, dann macht es der nächste ihm gleich nach, von dem dann wieder ein Dritter abschreibt. Und so weiter.</p>
<p>Bedenklich ist aus meiner Sicht vor allem eines: Kein Mensch <span style="text-decoration: underline;">weiß</span>, ob es zu einer Hyperinflation kommen wird. Das kann sein, muss aber nicht. Das können nicht einmal gestandene Experten mit 100%iger Sicherheit sagen. Ich will hier auch nicht so missverstanden werden, dass ich die Möglichkeit einer Hyperinflation leugne. Natürlich ist das möglich. Aber ich störe mich sehr an der vermeintlichen <span style="text-decoration: underline;">Gewissheit</span>, mit der viele Leute momentan ihre Meinungen kundtun.</p>
<p>Viele meinen: Es ist ganz und gar gewiss, wie es mit dem Euro etc. weitergehen wird. Und leider stoßen auch sehr viele Journalisten in dieses Horn des vermeintlichen Wissens. Dabei sollte es die erste Pflicht eines Jorunalisten sein, ausgewogen zu berichten und nur über das, was wirklich belegt ist. Phantasieausbrüche, die durch nichts belegt sind, und die dann auch noch als absolute Geiwssheit dargestellt werden, haben eigentlich in einer sorgfältig erstellten journalistischen Arbeit nichts zu suchen. Man spricht hier manchmal (ob berichtigt oder nicht) von &#8220;Bild-Zeitung-Niveau&#8221;.</p>
<p>Wirklich seltsam, dass sich derzeit so viele Wirtschaftsjournalisten auf dieses sehr bedenkliche Niveau herablassen. Und die Mehrheit der Leser merkt es noch nicht einmal.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Finanztest über Rürup-Verträge</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2513/finanztest-ruerup-vertraege-basisrente-fondssparplaene/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 08:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationen zu Anlagemöglichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Basisrente]]></category>
		<category><![CDATA[Rürup-Rente]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Finanztest vom Dezember 2011 steht ein, wie ich meine, lesenswerter Artikel zum Thema Rürup-Verträge (aber den ich am Ende dieses Beitrags kritisiere). Ich analysiere für Kunden ja hin und wieder Rürup-Verträge. Bislang waren das immer nur klassische Rürup-Rentenversicherungen, auch Basisrenten genannt. Alles, was ich in diesem Bereich bisher überprüft habe, war nicht empfehlenswert, selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Finanztest vom Dezember 2011 steht ein, wie ich meine, lesenswerter Artikel zum Thema Rürup-Verträge (aber den ich am Ende dieses Beitrags kritisiere). Ich analysiere für Kunden ja hin und wieder Rürup-Verträge. Bislang waren das immer nur klassische Rürup-Rentenversicherungen, auch Basisrenten genannt. Alles, was ich in diesem Bereich bisher überprüft habe, war nicht empfehlenswert, selbst wenn man die staatlichen Zulagen mit berücksichtigt.</p>
<p>Für mich selbst neu war, dass es neben klassischen Rürup-Rentenversicherungen auch folgendes gibt:</p>
<ul>
<li>fondsgebundene Rürup-Rentenversicherungen</li>
<li>Rürup-Fondssparpläne.</li>
</ul>
<p><span id="more-2513"></span></p>
<p>Beim Rürup-Sparen erhält der Sparer massive Steuergeschenke vom Staat. Der Finanztest rechnet es auf Seite 20 vor. Hier wird das Beispiel eines 40-jährigen Selbständigen gebracht, der 6.000 Euro im Jahr in einen Rürup-Vertrag anspart und dafür eine Steuerersparnis von 1.815 Euro erhält. Das sind aus dem Stand ca. 30% Ertrag.</p>
<p>Viele meinen an diesem Punkt, dass man bei solch einer staatlichen Förderung nichts falsch machen könne. Welche Geldanlage bringt schon &#8211; staatlich garantiert &#8211; aus dem Stand 30% Rendite?</p>
<p>Tatsächlich sind viele Rürup-Verträge jedoch mit so massiven Nachteilen verbunden, dass es dennoch sinnvoller ist auf diese staatliche Förderung zu verzichten. Diese Nachteile sind:</p>
<ol>
<li>Die enormen Kosten, die mit Rürup-Verträgen verbunden sind. D.h.: Was nützt einem ein Steuervorteil von 1.815 Euro, wenn die mit dem Vertrag verbundenen Kosten bei 2.000 Euro liegen? Dann hat man unterm Strich  immer noch ein Minus von fast 200 Euro.</li>
<li>Im Gegensatz zu Riester-Verträgen gibt es bei Rürzup keine Beitragsgarantie. Das heißt, dass der Gesetzgeber es gestattet hat, dass der Sparer am Ende mehr eingezahlt hat, als er herausbekommen wird .</li>
<li>Die Rürup-Rente kann frühestens ab dem 60. Lebensjahr bezogen werden.</li>
<li>Die Rürup-Rente ist nicht vererbbar. Es gibt zwar Rürup-Verträge, bei denen eine Art Hinterbliebenenschutz mit eingebaut ist, dadurch werden sie aber als Ansparprodukt noch einmal deutlich teurer. Der Regelfall ist der, dass ein Berufstätiger lange in einen Rürup-Vertrag einzahlen kann, stirbt er dann aber vorzeitig, dann steht seine Familie komplett mit leeren Händen da.</li>
</ol>
<p><strong>Fondsgebundene Rürup-Verträge</strong></p>
<p>Der Finanztest schreibt mit bezug auf fondsgebundene Rürup-Verträge:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Wie unsere Beispielrechnungen &#8230; zeigen, sind damit Steuerersparnisse in der Ansparphase von zigtausen Euro drin. Das klingt gut. Trotzdem halten die Angebote auf den zweiten Blick nicht, was sie versprechen.&#8221;</p>
<p>Ich selbst habe mir, wie gesagt einen fondsgebundenen Rürup-Vertrag noch nie genauer angesehen. Deshalb habe ich es mit Interesse aufgenommen, dass der Finanztest diese Verträge eher kritisch sieht.</p>
<p><strong>Rürup-Fondssparpläne</strong></p>
<p>Dass es neben den klassischen Rürup-Rentenversicherungen auch Rürup-Fondssparpläne gibt, war mir, wie gesagt, bislang unbekannt. Wahrscheinlich dem Rest der Nation auch, denn bundesweit wurden derzeit nur ca. 5000 Rürup-Fondssparpläne verkauft (nach Angaben des Finanztest, S. 26).</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich keine detaillierte Analyse dieser Sparform geben. Das mache ich vielleicht irgendwann einmal später. Für den interessierten Leser erwähne ich hier nur die Namen zweier Rürup-Fondssparpläne (ohne meine Hand dafür ins Feuer legen zu können, ob sie wirklich gut sind):</p>
<ul>
<li>&#8220;DWS Basisrente Premium&#8221;</li>
<li>Deka Basisrente &#8220;Deka-Zielgarant&#8221; und &#8220;Deka-Zielfonds&#8221;</li>
</ul>
<p><strong>Klassische Rürup-Rentenversicherung</strong></p>
<p>Zum Schluss aber doch noch eine kleine Kritik an dem Finanztest-Artikel (ab Seite 20). Der Titel des Artikels lautet: &#8220;Rente für Wohlhabende&#8221;, Untertitel: &#8220;Rürup-Rente. Für gutverdienende Selbständige ist sie Steuerspramodell und Altersvorsorge in einem&#8230;&#8221; Insgesamt ist der Finanztest-Artikel eher positiv gehalten, was klassische Rürup-Rentenversicherungen betrifft.</p>
<p>Dabei hätte der Finanztest nur sein eigenes Besipiel einmal gründlich durchrechnen müssen, um zu erkennen, dass Rürup-Versicherungen häufig nicht besonders attraktiv sind.</p>
<p>Der Finanztest gibt als Beispiel einen heute 40-jährigen Selbständigen, der jährlich 6.000 Euro in eine klassische Rürup-Rentenversicherung einzahlt. In 2011 bringt ihm das eine Steuerersparnis von 1815 Euro. Zahlt er bis zu seinem 65. Lebensjahr ein, so rechnet der Finanztest richtig, wird er insgesamt schätzungsweise 57.714 Euro an Steuern gespart haben.</p>
<p>Der Finanztest nimmt weiter an, dass er dann ab seinem 65. Lebensjahr eine Rürup-Rente in Höhe von 750 Euro monatlich erhält. Das sind dann im Jahr 9.000 Euro, von denen dann etwa 2.736 Euro an Steuern abgezogen werden müssen. All dies rechnet der Finanztest selbst korrekt aus.</p>
<p>Die entscheidende Frage am Ende ist aber doch: Lohnt sich dieser Vertrag für den Selbständigen unterm Strich? Er zahlt lange Zeit ein, wird Steuervorteile haben und bekommt schließlich etwas monatlich ausbezahlt, wie aber ist die Rendite des Ganzen?</p>
<p>Diese Frage lässt der Finanztest seltsamerweise unbeantwortet. Klar ist nämlich: Je früher der Mann stirbt, umso weniger wird sich der Rürup-Vertrag für ihn gelohnt haben. Daher habe ich exakt die Zahlen aus dem Finanztest-Beispiel genommen und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen. Dabei ist wichtig zu bemerken, dass ein heute 40-jähriger Mann nach der Sterbetafel erwarten darf, 77 Jahre alt zu werden.</p>
<ul>
<li>Stirbt der Mann aber bereits mit 72 Jahren, so wird der Rürup-Vertrag für ihn unterm Strich (samt allen staatlichen Förderungen) eine Rendite von -3,74% gebracht haben.</li>
<li>Stirbt der Mann mit 77, so wird der Rürup-Vertrag für ihn unterm Strich eine Rendite von -0,65% gebracht haben. Er hat also mehr eingezahlt, als er, selbst mit Berücksichtung der staatlichen Zuschüsse, herausbekommen wird.</li>
<li>Wir der Mann 80, so hat sein Rürup-Vertrag immerhin eine Rendite von 0,39%. Das ist aber immer noch deutlich schlechter im Vergleich zu der Rendite, die ein (nicht staatlich gefördertes) simples Tagesgeldkonto bringt.</li>
<li>Wird der Mann 85 Jahre alt (also 8 Jahre älter als seine Lebenserwartung ist), so wird sich der genannte Rürup-Vertrag für ihn mit 1,52% p.a. gelohnt haben.</li>
</ul>
<p>Ehrlich gesagt, wundert mich angesichts dieser Renditezahlen, die tendenziell positiv gehaltene Berichterstattung des Finanztest über Rürup-Sparen.</p>
<p>Sehr häufig, wenn ich Rürup-Verträge analysiere komme ich zu diesem Ergebnis: Ein schlichtes, nicht-staatlich gefördertes Tagesgeldkonto rentiert sich in der Regel mehr als Rürup &#8211; und man hat den großen Vorteil, erstens jederzeit an sein Geld heranzukommen und zweitens, dass im Falle des vorzeitigen Todes die Familie noch etwas von dem Angesparten hat. Bei Rürup hingegen ist das Geld wie weggesperrt und die Nachkommen bekommen normalerweise gar nichts.</p>
<p>Übrigens ist der Wikipedia-Artikel zum Thema &#8220;Basisrente&#8221; auch sehr hilfreich, wenn man sich für dieses Thema interessiert: <a title="Rürup-Basisrente" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basisrente" target="_blank">Link dorthin</a>.</p>
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		<title>Öl und Gas in den USA &#8211; ein Erlebnisbericht</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2505/oel-gas-fonds-usa-erlebnisbericht/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 13:48:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Hin und wieder werde ich von Anlegern zu Öl-/Gasfonds angesprochen. Dazu kann ich letztlich nichts sagen, es sei denn ich erstelle eine formal-mathematische Analyse des Emissionsprospektes. Inhaltlich konnte ich bisher nicht beurteilen, ob es sich um ein attraktives Geschäftsmodell handelt oder nicht. Ich hatte bislang keine richtige Meinung dazu. Deswegen fand ich den nachfolgenden Bericht interesant, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hin und wieder werde ich von Anlegern zu Öl-/Gasfonds angesprochen. Dazu kann ich letztlich nichts sagen, es sei denn ich erstelle eine formal-mathematische Analyse des Emissionsprospektes. Inhaltlich konnte ich bisher nicht beurteilen, ob es sich um ein attraktives Geschäftsmodell handelt oder nicht. Ich hatte bislang keine richtige Meinung dazu.</p>
<p>Deswegen fand ich den nachfolgenden Bericht interesant, den mir ein befreundeter Anlageberater geschrieben hat.</p>
<p><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2506" title="Öl-Gas-Fonds-USA-1" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p><span id="more-2505"></span></p>
<p>Mein Bekannter schreibt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Sehr geehrter Herr Dr. Peterreins,</p>
<p style="padding-left: 30px;"> Ende Oktober bin ich von einer dreitägigen Reise aus Texas wiedergekommen. Was ich dort erlebt habe, fasziniert mich immer noch und hat bei weitem meine Erwartungen übertroffen. Zum ersten Mal habe ich Ölbohrungen und –quellen gesehen und mich mit zahlreichen Geologen, Bohringenieuren und sogenannten Landmen [das sind die Ansprechpartner für die Öl- und Gasexploration] aus dem Ölgeschäft unterhalten und dabei eine Menge Erkenntnisse über diesen sehr profitablen Wirtschaftszweig erworben. Ich kann nun die Risiken des aktuellen Ölbohrfonds, der nur eine kurze Laufzeit bei recht hohen Gewinnausschüttungen hat, noch besser beurteilen. Aber nun kurz zum Ablauf der Reise:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Mit einer kleinen Reisegruppe, unter der sich auch der Geschäftsführer des deutschen Fondshauses befand, der in den USA ein Energieunternehmen betreibt, bin ich von Frankfurt nach Houston geflogen. Am nächsten Tag ging es ebenfalls im Flugzeug nach Midland weiter. In dieser achtzigtausend Seelengemeinde dreht sich alles um’s Öl. Schon beim Anflug sieht man viele Bohrlöcher, aus denen Öl und Gas aus dem Boden geholt wird. In dem gesamten Gebiet werden 20 Prozent des Ölbedarfs der USA gefördert. Vor Ort haben wir zunächst das Büro des dortigen Landman mit seinem Team aus Geologen und Bohrexperten besucht. Er hat Bohrrechte (Leases) für das Energieunternehmen erworben und führt nun die Bohrungen durch. Er und seine Kollegen berichteten uns alles über das Gebiet um Midland, in dem der ehemalige Präsident Georg W. Bush ebenfalls im Ölgeschäft tätig war, und über die Gesteinsschichten, die Bohrverfahren und das Verfahren zum Erwerb der Bohrrechte.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Auf dem eineinhalbstündigen Weg zu den Bohrlöchern erzählte der Landman in einem kleinen Kreis offen über seine dreißigjährige Tätigkeit im Ölgeschäft, seine Vermutungen bezüglich der anstehenden Bohrungen, deren Ergebnis deutlich über dem Ertrag der ersten Bohrung liegen dürften, und sprach von meinem oben genannten Geschäftspartner als einen &#8216;genialen&#8217; Geschäftsmann. An den Bohrlöchern sahen wir, wie professionell dort gearbeitet wird, aber auch, wie anstrengend die Bohrarbeiten in der brütenden Hitze sind. Am nächsten Tag ging es zurück nach Houston, wo wir die Firmenzentrale des Energieunternehmens besuchten und uns in einem Museum in Galveston über verschiedene Bohrverfahren auf dem Land und zur See informierten. Dabei wurden wir von demjenigen Techniker geführt, der einen Teil der Bohrungen zu verantworten hat. Am nächsten Tag ging es mit dem Flugzeug zurück nach Frankfurt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="text-decoration: underline;">Fazit der Reise</span>: Mein Geschäftspartner hat auf der Reise allen Teilnehmern deutlich gemacht, daß er sich im Ölgeschäft  sehr gut auskennt und über hervorragende Kontakte verfügt. Diejenigen, die für ihn arbeiten, sind erfahrene Profis und hochmotiviert. Die Chancen des Ölbohrens liegen  daher für mich deutlich über den Risiken – gerade bei den Bohrungen des aktuellen Fonds.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Viele Grüße</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unterschrift</em></p>
<p style="padding-left: 30px;">P.S.: Auf den angehängten Fotos sehen Sie zahlreiche Bohrlöcher aus dem Flugzeug heraus aufgenommen, meinen Geschäftspartner im Gespräch mit einem Geologen vor eine „Öl-Karte“ von Texas, einige Reiseteilnehmer vor einer Bohrstelle in der Nähe von Midland, ein Bohr Rig und eine Quelle mit Beschilderung des Energieunternehmens.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2507 aligncenter" title="Öl-Gas-Fonds-USA-2" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-31.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2511" title="Öl-Gas-Fonds-USA-3" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-31-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><img title="Öl-Gas-Fonds-USA-4" src="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/wp-content/uploads/2011/11/Öl-Gas-Fonds-USA-4-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></p>
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		<title>Eine Immobilie als Baustein für die Altersvorsorge?</title>
		<link>http://www.geldanlage-finanz-blog.de/2502/eine-immobilie-als-baustein-fur-dei-altersvorsorge/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 08:33:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peterreins</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles zum Kapitalmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Leser Mike hat mir in seinem Beitrag vom 5. November eine Frage zum Thema &#8220;Immobilie als Altersvorsorge&#8221; gestellt. Ich habe daraufhin eine ausführliche Antwort in Form eines eigenen Artikels darüber versprochen. Hier ist er&#8230; Konkret hat ein Berater den Anleger Mike zu folgendem geraten: Mike kauft eine vermietete Immobilie. Zur Finanzierung dieser Immobilie nimmt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Leser Mike hat mir in seinem Beitrag vom 5. November eine Frage zum Thema &#8220;<a title="Immobilie als Altersvorsorge" href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/1839/wie-man-am-besten-in-die-anlageklasse-immobilien-investiert/comment-page-1/#comment-1475">Immobilie als Altersvorsorge</a>&#8221; gestellt. Ich habe daraufhin eine ausführliche Antwort in Form eines eigenen Artikels darüber versprochen. Hier ist er&#8230;</p>
<p><span id="more-2502"></span></p>
<p>Konkret hat ein Berater den Anleger Mike zu folgendem geraten:</p>
<ol>
<li>Mike kauft eine vermietete Immobilie.</li>
<li>Zur Finanzierung dieser Immobilie nimmt Mike einen Kredit auf.</li>
<li>Der Kredit selbst soll aber nicht getilgt werden, stattdessen soll ein &#8220;Ersatzprodukt&#8221; bespart werden, durch das am Ende der Kredit getilgt werden soll.</li>
</ol>
<p>Der Berater empfiehlt ihm für das genannte Ersatzprodukt zur Tilgung beispielswiese den <a title="SHB Renditefonds 6" href="http://www.geldanlage-finanz-blog.de/1684/shb-renditefonds-6-kg/">SHB Renditefonds 6</a> oder Genussrechte der Immovation.</p>
<p>Bei dieser Konstruktion hat Anleger Mike irgendwie ein ungutes Gefühl und hat sich deswegen an mich gewandt.</p>
<p><strong>Was verdient der Berater?</strong></p>
<p>Zunächst verdient der Berater an der Vermittlung des Hypothekendarlehens. Das sind in der Regel zwischen 0,5 und 1,0 % des Kreditvolumens. Nehmen wir an, dass Mike einen Kredit von 100.000 Euro braucht, so verdient er hieran zwischen 500 € und 1.000 €. Wenn man bedenkt, mit welchem Aufwand eine Krditvermittlung verbunden ist, denke ich, ist das eine durchaus berechtigter Verdienst.</p>
<p>Wird aber auch noch ein Sparvertrag abgeschlossen (egal ob über geschlossene Fonds, Lebensversicherungen oder Investmentfonds), verdient der Berater in der Regel noch ein zweites Mal.</p>
<p>Ohne dem Berater etwas Böses unterstellen zu wollen, so liegt doch sicher ein gewisses Interesse für den Berater darin, dass Mike in ein solches Ersatzprodukt anspart. Korrekt wäre es, wenn der Berater zumindest auf einen möglichen Interessenkonflikt hinweist.</p>
<p><strong>Wie sinnvoll ist diese Konstruktion?</strong></p>
<p>Die Tilgung über einen Sparvertrag rechnet sich logischerweise nur, wenn mit dem Sparvertrag netto mehr Rendite erzielt wird, als der Kredit Zinsen kostet. Nehmen wir beispielsweise an, dass Mike ein Darlehen abschließen kann, bei dem er 4% pro Jahr an Zinsen zahlt.</p>
<p>Das erste Problem mit dem Sparvertrag ist, dass hier auf die Erträge in der Regel Steuern anfallen. Ist der Steuersatz von Mike zum Beispiel 28%, so muss der Sparvertrag vor Steuern 5,56% erwirtschaften, damit für ihn nach Steuern 4% übrig bleiben.</p>
<p>Das zweite Problem mit einem Sparvertrag ist, dass in der Regel so etwas wie Ausgabeaufschläge oder Agios anfallen. Nehmen wir einmal an, dass sich das Agio auf 5% beläuft. Bei einer Ansparphase muss der Sparvertrag ziemlich genau 6% Rendite <em>vor </em>Abzug des Agios bringen, damit für Mike am Ende <em>nach </em>Abzug des Agios 5,56% übrig bleibt.</p>
<p>Das dritte Problem sind die (meist gut versteckten) laufenden Kosten. Das sind innere Verwaltungskosten etc, kann aber auch schlicht eine Depotführungsgbühr sein. Nehmen wir einmal an, dass sich diese laufenden Kosten auf 1% p.a. belaufen, dann muss der Sparvertrag 7% Rendite bringen, damit für Mike am Ende &#8211; nach Abzug der laufenden Kosten, des Agios und der Steuern &#8211; 4% übrig bleiben.</p>
<p>Anders formuliert: Nur wenn das Ersatzprodukt vor allen Kosten und vor Steuern mindestens 7% erwirtschaftet, lohnt sich diese Konstruktion. Nur wenn das Ersatzprodukt mehr bringt, wird Mike einen Vorteil aus dieser Konstruktion haben. Falls das Ersatzprodukt aber weniger als 7% p.a. bringt, dann wird das Ganze für Mike ein (gehebeltes) Minusgeschäft sein.</p>
<p>Klar dürfte sein, dass derzeit eine Rendite von 7% pro Jahr nur erreichbar ist, wenn der Anleger bereit ist, gewisse Risiken einzugehen. Wenn man mit einer Anlageform 7% und mehr anstrebt, dann könnte das eintreten, es kann aber auch sogar zu Verlusten kommen. Korrekterweise müsste der Berater Mike auf dieses Risiko hinweisen. Dadurch aber, dass dahinter auch noch ein Kredit steht, ist das Ganze ein gehebeltes Risiko. Das heißt, ein Minus ist für Mike doppelt schlimm. Erstens weil er eingesetztes Geld verliert, zweitens aber weil er eventuell seinen Kredit nicht mehr zurückzahlen kann. Ein seriöser Berater macht auf dieses gehebelte Risiko aufmerksam.</p>
<p>Mein Fazit: Wenn Mike <span style="text-decoration: underline;">sehr </span>risikofreudig ist, dann kann er das machen. Er sollte sich aber wirklich darüber im Klaren sein, welch hohe Risiken er hier eingeht. Darüber aufzuklären sollte eigentlich die Aufgabe des Beraters sein. Möchte er hingegen mehr auf Sicherheit gehen, so sollte der definitiv die Finger von dieser Konstruktion lassen.</p>
<p><strong>Fremdfinanzierte, vermietete Immobilie als Altersvorsorge?</strong></p>
<p>Aus meiner Sicht ist eine fremdfinanzierte, vermietete Immobilie nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das ist einer der absurdesten Mythen, die in der Bevölkerungen herumgeistern, und natürlich auch für viele eine der teuersten. Hier ein Zitat von dem Wirtschaftsprof.  Axel Bötsch-Supan: &#8220;Der Glaube, dass man vom Wertzuwachs des Heimes, das man vor 30 Jahren gekauft hat, im Alter noch profitieren kann, wird für die meisten eine Illusion bleiben.&#8221; (zitiert aus &#8220;Kaufen oder Mieten?&#8221; von Gerd Kommer)</p>
<p>Beispielsweise werden die Wertsteigerungen von Immobilien zumeist krass überschätzt. Gerd Kommer schreibt auf Seite 115 seines Buches <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593390809?ie=UTF8&amp;tag=wwwdrpeterrei-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593390809">&#8220;Kaufen oder mieten?: Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwdrpeterrei-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3593390809" border="0" alt="" width="1" height="1" />&#8220;:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Die inflationsbereinigte Wertsteigerung von Wohnimmobilien bewegt sich &#8230; langfristig zsichen 0 Prozent und 1 Prozent p.a. &#8211; das ist weit weniger , als Eigenheimbesitzer und Mieter üblicherweise annehmen. In Österreich und Deutschland sind die Wohnimmobilienpreise seit 1993 udn 1995 real um etwa 20 Prozent gefallen, in der Schweiz seit 1989 um 26 Prozent, in den USA seit 2005 um 32 Prozent &#8230; Dies zeigt: Nach Abzug der Inflation steigen hauspreise keineswegs automatisch, und aus der Wertsteigerung einer Wohnimmobilie allein ergibt sich &#8230; ein fast zu vernachlässigender realer Wertzuwachs.&#8221;</p>
<p>Der einzige Grund, warum für viele doch eine fremdfinanzierte Immobilie zum Vermögensaufbau nützlich ist, ist die Tatsache, dass eine fremdfinanzierte Immobilie eine Zwangssparbüchse ist. Man kann hier in der Regel nicht einfach so mit dem Ansparen aufhören, denn dann verliert man die Immobilie schneller als man denkt an die Bank. Leute, die sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben, streichen sich in Notlagen alles Mögliche, nur um ihre Bankkredite weiter tilgen zu können. Andere Sparpläne zum Vermögensaufbau ist zum Beispiel das Sparen mit Investmentfonds, aber das ist mit das erste, was in einer Notlage gestrichen wird, weil hier der Zwang fehlt.</p>
<p>Nur aufgrund dieser Eigenschaft, eine Zwangssparbüchse zu sein, ist für mache eine fremdfinanzierte Immobilie geeignet zum Vermögensaufbau. An sich ist es mit ziemlicher Sicherheit eine der ineffizientestens Weisen, langfristig zu Vermögen zu kommen.</p>
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