Ich führe ja ständig Gespräche mit Menschen zum Thema Geldanlage. Und schätzungsweise in jedem fünften Gespräch stoße ich auf einen Fall, der eigentlich etwas für einen Rechtsanwalt wäre, der auf Anlegerschutz spezialisiert ist.
Ich persönlich finde dies ziemlich traurig. Aber so ist es nun mal. Anleger werden unglaublich häufig falsch beraten oder in riskante Anlageformen hineingehetzt, die der Anlageberater als “sicher” tituliert hatte.
Noch trauriger finde ich es allerdings, wenn so mancher, der sich den Anlegerschutz groß auf die Fahne geschrieben hat, selbst wiederum nur ein Abzocker ist. Und in diese Richtung scheint eine aktuelle Studie zu gehen. So ist das jedenfalls beispielsweise in einem Artikel der Wirtschaftswoche zu lesen. “Anlegerschützer zwischen Dichtung und Wahrheit “.
Unten in diesem Beitrag beschreibe ich auch kurz, wie man für guten Anlegerschutz sorgen kann …
Ich habe mir eben den Venture-Capital-Fonds MIG Fonds 11 genauer angesehen. Dieser Fonds ermöglicht es Privatanlegern, sich an Unternehmen außerbörslich zu beteiligen. Der Fonds ist auf 10 Jahre angelegt. Ein Investor sollte also mindestens diesen Anlagehorizont mitbringen, wenn er sich an dem MIG Fonds 11 beteiligen will.
Klar ist, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt mit entsprechend hohen Risiken. Im Gegenzug sollte der Anleger hier erwarten dürfen, dass auch die Renditechance entsprechend hoch ist.
Ich selbst halte den Faktor “Gebühren und Kosten” für sehr wichtig. Unter diesem Aspekt habe ich den MIG Fonds 11 einmal überschlägig anaysiert …
Ich höre in letzter Zeit immer wieder, dass Kapitalmarktrognosen und Geldanlage derzeit besonders schwierig sind. Häufig mit dem Unterton, dass es früher einfacher war. Beispielsweise habe ich heute in der Süddeutschen Zeitung auf S. 25) folgendes gelesen:
“Die Orientierungslosigkeit [an den Börsen] mag erstaunen, erwartet man von den Börsianern doch, dass sie wissen, wo es langgeht. An den Aktienmärkten wird die Zukunft gehandelt, heißt es immer. Doch was diese zukunft bietet, ist seit dem Kollaps der Weltwirtschaft und den beispiellosen Rettungsversuchen der Regierungen ungewiss.”
Ein wenig muss ich mich über solche Zeilen wundern. Die Zukunft ist schon immer ungewiss gewesen…
Heute habe ich einen sehr guten Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Titel: “Armageddon bleibt aus – Warum die Deutschen um den Euro kämpfen sollten”. Autor: Alexander Hagelüken. Nachfolgend ein paar Zitate hieraus…
Paul Nolte ist Historiker und kritisierte in seiner Schrift “Generation Reform”, dass es in Deutschland eine breite und wachsende Unterschicht gebe. Am 28. Mai 2010 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit ihm.
Ein paar Ausschnitte daraus fand ich sehr interessant. Denn sie scheinen eine These zu unterstützen, die ich in meinen vorhergehenden Weblog-Artikeln geäußert habe…
Jeder von uns kennt die Situation: Man sieht von der Ferne eine Person, die man zu kennen glaubt. Man nähert sich und will schon zur Begrüßung ansetzen: “Hallo, … lange nicht mehr gesehen.” – Da erkennt man im letzten Augenblick, dass es sich doch um eine andere Person handelt, die man gar nicht kennt.
Anders formuliert: Es hatte den Anschein, eine bekannte Person wiederzusehen. Die Realität aber war eine andere. Oder noch mal anders formuliert: Wir erleben immer wieder den Unterschied zwischen Schein und Sein.
Etwas scheint zu sein, heißt: Wir glauben, etwas sei wirklich, tatsächlich – quasi näher besehen – aber ist unser Glaube falsch. Sehr häufig haben wir dann so etwas wie ein “Aha”-Erlebnis, wenn wir unseren Irrtum erkannt haben. “Aha, es ist doch anders, als ich anfangs meinte!”
Dieses Phännmen von Schein uns Sein, Anschein und Wirklichkeit, Täuschung und Erkenntnis ist absolut alltäglich und allgegenwärtig. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Phänomen auch im Bereich Finanzen und Geldanlage vorkommt.
Gerade momentan habe ich den Eindruck, dass dieses Phänomen an den Kapitalmärkten besonders stark ausgeprägt ist …
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an die Monate nach dem 11. September 2001. Damals herrschte eine große Terror-Angst um nicht zu sagen eine Terror-Hysterie. Wenn ein Flugzeug nur ein bisschen von der Bahn abkam, herrschte bereits blanke Panik. Viele Menschen werteten auch nur kleinste Anzeichen als große Terror-Gefahr.
So ähnlich ist das heute mit Lehman und der Finanzkrise. In Folge der Lehman-Pleite werden viele Menschen schon bei den kleinsten Anzeichen eines “Zweiten Lehman” nervös, geradezu panisch. Griechenland scheint manchen ein solches zweites, europäisches Lehman zu sein. Nachfolgend nenne ich ein paar Unterschiede…
Derzeit kann man Schlagzeilen lesen wie “Unsere Währung ist in Gefahr” oder “Der Euro vor dem Aus”. Dahinter steckt natürlich die Griechenland-Krise bzw. die Befürchtung, dass noch weitere europäische Staaten, wie beispielsweise Portugal, Spanien, Italien oder Irland als nächstes dran sind. All diese Länder weisen eine hohe Staatsverschuldung auf.
Dennoch kann man sich – nüchtern betrachtet – die Frage stellen, warum eine hohe Staatsverschuldung bzw. vielleicht sogar ein Staatsbankrott eines Euro-Mitgliedstaates den Euro gefährden soll. Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?
Eines meiner ganz festen Credos ist, dass die Kapitalmärkte vollkommen unberechenber und unvorhersehbar sind. Auf grandiose Weise scheitern regelmäßig selbsternannte Experten mit ihren Prognosen. Auch die wissenschaftliche Forschung oder solche Autoren wie Nassim Taleb (“Narren des Zufalls”) stützen meine These, dass die Märkte unberechenbar sind.
Eine Konsequenz aus diese Erkenntnis könnte sein: Keinerlei Risiken einzugehen. Das würde heißen: Tagesgeld oder (kurzlaufendes) Festgeld. Und ich bin tatsächlich der Meinung, dass für viele Anleger genau das die beste Option ist. In meinen Beratungsgesprächen erlebe ich imer wieder, dass ich Anleger förmlich dazu überreden muss, ihr Geld sicherheitsorientiert anzulegen.
Einigen Anlegern ist aber die Rendite, die man derzeit mit Tagesgeld erzielen kann zu wenig. Der richtige Maßstab für dieses “zu wenig” sind übrigens die persönlichen Anlageziele des Anlegers. Manche benötigen eben eine Zielrendite von, sagen wir, 3-4% p.a. um das Vermögen ansparen zu können, das sie für ihren Lebensabend benötigen. Solch eine Rendite bekommt man derzeit definitiv nicht mit Tagesgeld. Umgekehrt scheuen nicht wenige Anleger die Risiken, die mit Aktien verbunden sind.
Genau diese Lücke versuche ich mit meinem Total Return 1-Fonds zu schließen. Nachfolgend beschreibe ich dessen Anlagestrategie…