Montag, 14. Mai 2012
Ich hatte an dieser Stelle vor ein paar Tagen über das Flexible VorsorgeKonto der CosmosDirekt geschrieben. Die CosmosDirekt bietet hier bei monatlicher Kündbarkeit die Möglichkeit zu einer Festgeld-ähnlichen Anlageform. Und zwar gemäß einer Zinsstaffel, bei der der Anleger im ersten Jahr 1,75%, im zweiten Jahr 2,25%, im dritten Jahr 3,80 % und danach weiterhin 3,80% p.a. erhält. In meinem ersten Beitrag habe ich die Vertragsbedingungen so verstanden, dass von diesen Zinsen noch Verwaltungskosten abgezogen werden. Nach einem erneuten Telefonat mit der CosmosDirekt weiß ich jetzt, dass die oben genannte Zinsstaffel für den Anleger genauso auch netto, d.h. nach Kosten, ankommt. Die Kosten sind also bei dieser Zinsstaffel bereits berücksichtigt.
Wenn ein Anleger sich für das Flexible VorsorgeKonto interesiert, so sollte er nur einen wichtigen Punkt beachten, der unter § 1 der Allgemeinen Bedingungen steht:
“… (3) Erleben Sie das Ende der vereinbarten Ansparphase, zahlen wir Ihnen die vereinbarte Rente …
(4) An Stelle der Rentenzahlungen leisten wir zum Fälligkeitstag der ersten Rente eine Kapitalabfindung, wenn Sie diesen Termin erleben und uns der Antrag auf eine Kapitalabfindung vor dem Fälligkeitstag der ersten Rente zugegangen ist…”
Der Anleger muss also vor Ablauf der Ansparphase überprüfen, ob er die lebenslangen Rentenzahlungen wünscht oder wieder sein Geld zurück haben will. In letzterem Fall darf der Anleger nicht vergessen, die CosmosDirekt rechtzeitig in Kenntnis zu setzen.
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Freitag, 20. April 2012

Quirin Bank Honorarberatung Gewinnbeteiligung
Heute habe ich in Der Welt einen interessanten Artikel gelesen. Titel: “Wie Fondssparer abgezockt werden”. (S. 15) Darin wird aur eine Studie des Anaylsehauses Scope verwiesen. Scope hat den Einfluss sogenannter erfolgsabhängigen Managementgebühren bei Investmentfonds untersucht.
Viele Anleger halten es nämlich für ein gute Idee, wenn ein Vermögensverwalter oder Fondsmanager erfolgsabhängig entlohnt wird. Nach dem Motto: Wenn er gut gearbeitet hat, dann soll er auch mehr verdienen. Viele Leute glauben, dass sich durch ein solches Honorierungsmodell der Vermögensverwalter/Fondsmanager dazu motiviert wird, sich besonders anzustrengen. So dass am Ende davon – so meint man – auch der Anleger einen Mehrwert hätte. Auch ein Preismodell der Quirinbank ist erfolgsabhängig (“VV-Preismodell 1 mit Erfolgsbeteiligung“). Über die Quirinbank habe ich schon einmal hier geschrieben.
In diesem Weblog habe ich bereits darauf hingewiesen, dass ein solches Vergütungsmodell lange nicht so fair ist, wie es den Anschein hat. Siehe z.B. den Artikel “Teil 3: Wie man den richtigen Vermögensverwalter findet“.
Interessant ist nun, dass die Scope-Studie meine Bedenken gegen eine erfolgsabhägige Honorierung absolut bestätigt …
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Freitag, 13. April 2012
In der heutigen Süddeutschen Zeitung (13.04.12) steht auf Seite 17 ein Artikel mit der Überschrift: “Mein Haus, mein Garten, mein Risiko”. Darunter steht als Untertitel: “Aus Inflationsangst kaufen viele Deutsche Immobilien. Die Preise steigen stark – entsteht eine Blase?”
Ein interessanter Artikel, wie ich meine. Nachfolgend ein paar Zitate daraus …
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Dienstag, 3. April 2012
Vor ein paar Wochen habe ich angeboten, Altersvorsorgeprodukte zu analysieren (Link dorthin.) Hier hat sich unter anderem Herr L. gemeldet, der 1999 eine fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen hat, die noch bis 2019 läuft. Bislang hat er rund 34.000 Euro eingezahlt. Der Gesamtwert der Fonds, in die die LV anspart, liegt bei ca. 31.000 Euro. Das ist ein Minsu von ca. -8,8%.
Angesichts dieses bescheidenen Ergebnisses fragt sich Herr L., ob es nicht besser wäre die LV beitragsfrei zu stellen und stattdessen in einen herkömlichen Fondssparplan weiterzusparen…
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Dienstag, 27. März 2012
Nachdem ich die Captura Inhaberschuldverschreibung analysiert habe, hat mich jetzt jemand nach meiner Meinung über die Orderschuldverschreibungen der Future Business KG aA (2011/2012) gefragt. Die Future Businss KG aA (nachfolgend kurz Fubus) emittiert eine ganze Reihe von sog. Orderschuldverschreibungen, die jetzt in 2012 emittiert werden. Neben den Informationen, die im Internet zugänglich sind, liegen mir zu der Emission vor allem folgende Dokumente vor:
Mit der Platzierung ist INFINUS AG Finanzdienstleistungsinstitut aus Dresden betraut.
Mit der Emission sind sogenannte Emissionskosten in Höhe von 25,163 Mio Euro verbunden. Das sind ca. 7,3 % des geplanten Emissionsvolumens.
Da diese Orderschuldverschreibungen durch keinen Einlagensicherungsfonds geschützt sind, hängt für den Anlger alles von der Zahlungsfähigkeit der Emittentin, also der Future Business KG aA, ab. Um das beurteilen zu können, kann sich der Anleger folgende Frage stellen:
- Welche Rendite muss die Future Business KG aA mit bezug auf das netto eingesammelte Kapital erzielen, damit sich die Emission für die Emittentin wirtschaftlich lohnt?
Diese Frage zu beantworten ist insofern schwierig, als insgesamt 130 verschiedene Orderschuldverschreibungen emittiert werden in einem geplanten Gesamtvolumen von 344,5 Mio Euro. Ich werde aber dennoch versuchen, diese Frage überschlägig zu beantworten.
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Freitag, 23. März 2012
Eine der ältesten Betrugsmaschen ist das sog. Schneeballsystem. Dieses System ist so alt, dass ich es mehr als erstaunlich finde, dass immer noch viele Menschen darauf reinfallen. Immerhin werden bemerkenswert häufig fragwürdige Angebote aus der Taufe gehoben, die letztlich nichts anderes als ein Schneeballsystem sind.
Was wenige wissen, ist, dass ein früher und spektakulärer Fall eines Schneeballsystems aus Bayern stammt. Adele Spitzeder gründete 1869 die Spitzedersche Privatbank. Sitz dieser Bank war die Dachauer Straße in München, weshalb sie auch Dachauer Bank genannt wurde.
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Mittwoch, 21. März 2012
Ein Kunde hat mich die Tage angesprochen. Ein “unabhängiger” Anlageberater hätte ihm die Inhaberschuldverschreibung der Captura GmbH angeboten. Und zwar mit den Worten, dass das eine “Alternative zu Festgeld” sei. Die Zeichnungsfrist würde noch bis zum 3. April 2012 laufen. Immerhin verspricht diese Inhaberschuldverschreibung eine Rendite von 7,65 % p.a. bei einer Laufzeit von 180 Tagen.
Hier der Link zu den “Endgültigen Angebotsbedingungen der Captura-Inhaberschuldverschreibung” vom 29. Februar 2012 (bzw. hier: endgueltige-angebotsbedingungen-der-serie-45b).
Die kurze Laufzeit von einem halben Jahr erinnert wirklich an Festgeld. Auf der anderen Seite war mein Kunde stark verunsichert, was von diesem Angebot zu halten sei.
Der Berater behauptete zudem, dass beim Erwerb dieser Anleihe keinerlei Kosten entstehen würden.
Aber sehen wir uns die Sache einmal genauer an …
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Dienstag, 20. März 2012
Ein Kunde bat mich, ihm eine Kurzanalyse des Immobilienfonds “Paribus Hochschulportfolio Bayern” zu erstellen. Der Fonds wird auch als “Paribus Renditefonds XVIII GmbH & Co. KG” bezeichnet. Im folgenden nenne ich ihn einfach “Paribus Renditefonds”.
Der Immobilienfonds investiert in zwei Immobilien: a) den sog. Campus Bambert und b) den Campus Coburg. Die Laufzeit des Fonds wird auf 12 Jahre bis 2024 angesetzt.
Zum Campus Bamberg steht im Emissionsprospekt auf Seite 12:
“Der Neubau für die Otto-Friedrich-Universität Bamberg entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei Erlangen-Bamberg …”
Zum Campus Coburg heißt es (ebenfalls auf S. 12):
“Auf dem Gelände des Hofbräuhauses Coburg entsteht … ein dreigeschossiger Neubau des Design-Campus der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg.”
Die beiden Immobilien haben als Hauptmieter den Freistaat Bayern.
Wenn ich einen Immobilienfonds analysiere, dann interessiere ich mich immer vor allem für die Kosten. Insbesondere stelle ich mir folgende Frage: Welche Rendite müssen die Vermögenswerte erzielen, damit der Anleger auf plus/minus Null kommt?
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Montag, 19. März 2012
Ich habe am 6. März gefragt, wer seine Altersvorsorge-Versicherung analysiert haben möchte? (Link dorthin)
In diesem Zusammenhang hat sich Herr S. gemeldet. Herr S. hat vor einigen Jahren eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die bis zum 01.12.2016 läuft. Er zahlt einmal jährlich zum 1. Dezember seinen Jahresbeitrag von 3.600 Euro ein.
In 2016 hat Herr S. die Wahl zwischen einer monatlichen Monatsrente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung. Im Folgenden gehe ich immer davon aus, dass Herr S. die einmalige Kaptialauszahlung wählt.
Zum Stand 01.12.2011 hat die Versicherungsgesellschaft folgende Auskünfte gegeben:
- Bei Fortfühung der RV wie gehabt, bekommt Herr S. am Ende garantiert 54.694 Euro (mit Überschussbeteiligungen vielleicht sogar 61.508 Euro)
- Wird die Versicherung ab sofort beitragsfrei gestellt, so bekommt Herr S. am Ende garantiert 39.349 Euro (mit Überschussbeteiligungen vielleicht sogar 43.404 Euro)
- Der aktuelle Rückkaufswert bei Kündigung der RV ist 32.019 Euro.
Die Frage ist nun, welche dieser drei Alternativen für Herrn S. die beste ist: Weiterfürhung, Beitragsfreistellung oder Kündigung…
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Freitag, 16. März 2012
Ich habe heute in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel auf Seite 64 gelesen. Ich zitiere:
“Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 verloren Tausende deutsche Sparer Geld, weil sie beim Kauf von Zertifikaten den Versprechen der Berater vertraut hatten …
Die Bundesregierung reagierte und stellte neue Regeln auf. Zum Schutz der Verbraucher müssen Bankberater heute ein Beratungsprotokoll ausfüllen. Kunden erhalten Beipackzettel, in denen die Finanzprodukte beschrieben sind. Hat das alles besser gemacht? ‘Da hat sich seit der Finanzkrise nichts verbessert, die Banken verdienen Geld auf Kosten ihrer Kunden, die ihnen vertrauen’, klagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentale Baden-Württembert. Jeden Tag würden ihm neue Fälle schlimmsten Beratungsversagens vorgelegt. Berater rieten Kunden, alte Verträge zu kündigen und neue Verträge abzuschließen. Dabei würden lukrative Provisionen fällig …”
Erstaunlich ist, dass die Bürokratie (in Form von Beratungsprotokollen oder Beipackzetteln) immer größer wird, der Nutzen aber gegen Null geht. Und anstatt über die wahren Ursachen der schlechten Qualität in der Finanzberatung nachzudenken, wird nach immer mehr Bürokratie geschrien. Ist das nicht seltsam?
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